Warum Sommer-Raclette der neue BBQ-Trend 2026 ist
Wer Raclette kennt, denkt automatisch an Dezember, Fonduemesser und beschlagene Fensterscheiben. Dabei ist das Schweizer Nationalgericht im Sommer mindestens genauso überzeugend — und 2026 hat das offenbar ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz gleichzeitig entdeckt. Sommer-Raclette bedeutet: denselben geschmolzenen Käse auf saisonales Gemüse schaben, nur diesmal draußen im Garten oder auf dem Balkon, mit einem kalten Bier in der Hand statt Glühwein. Nach mehreren Sommern mit verschiedenen Outdoor-Aufstellungen steht fest: Mit dem richtigen tragbaren Gerät, einer Auswahl gegrillter Sommergemüse und guter Gesellschaft schlägt dieser Abend fast jeden Grillabend — ganz ohne Bratwurst. Diese Anleitung zeigt, wie es funktioniert.

Die richtige Outdoor-Ausstattung für Sommer-Raclette
Die entscheidende Frage beim Raclette im Freien ist die Stromversorgung. Wer auf der Terrasse oder im Garten eine Außensteckdose hat, ist mit einem kompakten elektrischen Gerät am besten bedient. Ein Modell mit Naturstein-Grillplatte oben und acht Coupelles darunter — wie der Swissmar Stelvio — erlaubt es, Fleisch und Gemüse gleichzeitig zu grillen, während der Käse in den Pfännchen schmilzt. Das fühlt sich wie ein echter Grillabend an, nicht wie ein Indoor-Fondue, das zufällig draußen steht. Einen Überblick über die besten tragbaren Raclette-Sets finden Sie in unserem Vergleich.
Ohne Stromanschluss — Camping, Dachterrasse, Garten weit vom Haus entfernt — sind Kerzen-Raclette-Sets die praktischste Lösung. Das Boska Partyclette To Go klappt flach zusammen, passt in jeden Rucksack und läuft mit drei einfachen Teelichtern. Die Hitze ist sanfter, was im Sommer sogar ein Vorteil ist: Der Käse bleibt flüssig, ohne in der Coupelle zu verbrennen. Für zwei bis vier Personen ist das die einfachste Outdoor-Option überhaupt.
Wer es spektakulär mag, kann auch einen Küchen-Bunsenbrenner direkt auf einen halben Käse-Laib richten und den Käse mit einem Messer abschaben. Das ist die ursprünglichste Art, Raclette zu machen — kein Gerät, nur Feuer und Käse. Erfordert aber Übung, damit die Oberfläche gleichmäßig schmilzt ohne zu verbrennen.
Egal für welches Gerät Sie sich entscheiden: Im Sommer ist Belüftung wichtiger als im Winter. Positionieren Sie den Grill so, dass Rauch mit dem Wind von den Gästen wegzieht. Stellen Sie die Heizstufe etwas niedriger als gewohnt — an einem warmen Sommerabend schmilzt der Käse durch die Umgebungswärme schneller als üblich.
Leichte Sommerbeilagen, die alles verändern
Das Schwerste an einem Winterraclette — mehlige Salzkartoffeln — sollte im Sommer nicht mehr das Hauptelement sein. Ein paar kleine Drillinge oder Frühkartoffeln geben dem Teller Substanz, aber der Rest besteht aus Zutaten, die auf der Grillplatte oben profitieren: Zucchinischeiben, die gerade dick genug sind, um ihre Form zu halten, Kirschtomaten, die beim Andrücken aufplatzen, dünn gehobelte Fenchelscheiben, kurze Maiskolbenabschnitte und Paprikastreifen, die in neunzig Sekunden karamellisieren.
Beim Aufschnitt gilt dasselbe: leichter, sommerlicher. Statt Salami und Cervelatwurst lieber dünn aufgeschnittenes Bündnerfleisch, Bresaola oder geräucherter Entenschinken. Eine Scheibe Galiamelone oder frische Feigen auf der Servierplatte klingen ungewöhnlich — aber die Süße schneidet durch den Käse auf eine Art, die Essiggurke bei Hitze nicht schafft. Hier finden Sie unsere vollständige Liste der besten Gemüse für Raclette.
Was sich nicht ändert: die Säure. Essiggurken, Silberzwiebeln oder kurz eingelegte Gurken — ohne diese Schärfe wird das Essen nach wenigen Runden eintönig, vor allem bei Hitze. Ein kleines Schälchen mit körnigem Dijonsenf auf dem Tisch rundet das Geschmacksbild ab.
Wer Raclette einmal draußen genossen hat, will es nie wieder drinnen essen. Geschmolzener Käse, laue Sommerabende, der Duft von Grillgemüse — so entstehen Sommerabende, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Welcher Käse eignet sich am besten für heiße Tage?
Klassischer Raclette-Käse aus dem Wallis oder Savoyen funktioniert im Sommer einwandfrei. Das logistische Problem: Bei über 25°C beginnt ein ganzer ungekühlter Block auf dem Tisch nach etwa zwanzig Minuten deutlich zu erweichen. Die Lösung: Hauptblock in einer Kühlbox lassen und immer nur dünne Scheiben in kleinen Mengen herausnehmen.
Für den Sommer eignen sich etwas jüngere oder mildere Sorten besser — sie schmelzen bei niedrigerer Temperatur gleichmäßiger, was an einem warmen Abend von Vorteil ist. Junger Comté, milder Bergkäse oder ein Kräuter-Raclette (mit Herbes de Provence oder Trüffel) sind gute Alternativen für einzelne Coupelles.
Ein Sommer-Upgrade, das sich lohnt: Geräucherter Raclette in zwei bis drei Coupelles einsetzen. Geräucherter Käse mit gegrilltem Mais und einem Stück Bündnerfleisch auf der Steinplatte ist eine der besten Kombinationen, die Sie an einem warmen Abend servieren können. Aber Vorsicht: Die geräucherten oder aromatisierten Sorten sollten die Minderheit bleiben — klassischer Raclette dominiert.
Was trinkt man zum Sommer-Raclette?
Der klassische Begleiter — ein Fendant oder Apremont aus Savoyen — funktioniert im Sommer noch besser als im Winter, weil der eiskalte Weißwein beim Kontrast mit dem heißen Käse besonders erfrischend wirkt. Auf 8–10°C servieren und häufig nachschenken.
Wer keinen Spezialitätenwein sucht, liegt mit einem frischen Lagerbier richtig. Die Kohlensäure und die leichte Bitterkeit reinigen den Gaumen zwischen den Käsegängen genau so, wie ein Weißwein es tut — ohne dass jemand ein Weinkenner sein muss, um es zu genießen. Ein helles Weizen oder ein Zwickel aus der Region passt ebenfalls gut. Was man vermeiden sollte: tanninreiche Rotweine. Bei Sommerhitze und fettem Käse wird das schnell anstrengend für den Gaumen. Wer unbedingt Rotwein möchte, wählt einen leichten, kühlen Spätburgunder (Pinot Noir) bei 15–16°C.
Für Nicht-Trinker: eiskaltes Mineralwasser mit Kohlensäure und Zitrone übernimmt dieselbe gaumenreinigende Funktion wie Bier. Stilles Wasser allein reicht dafür nicht — die Kohlensäure macht den Unterschied.

Wie man wählt
Die richtige Sommer-Raclette-Konfiguration ergibt sich aus drei Fragen. Erstens: Gibt es eine Außensteckdose? Wenn ja, elektrisches Gerät mit Stein- oder Gussplatte. Wenn nein, Kerzen-Set für zwei bis vier Personen. Zweitens: Wie viele Gäste? Kerzengeräte reichen bis vier, elektrische Achter-Modelle bedienen sechs bis acht Personen ohne Wartezeit. Drittens: Soll Fleisch oder Gemüse gegrillt werden? Dann ist eine Steinplatte Pflicht — die glatte Antihaft-Oberfläche taugt nur für Käse.
Die wichtigste Einzelinvestition für jeden Outdoor-Sommer-Abend bleibt eine gute Kühlbox für den Käse. Block bis zum letzten Moment kühl halten, dünn schneiden für schnelles Schmelzen bei niedriger Temperatur, Gemüse auf der Grillplatte vorher vorwärmen — dann sind die Beilagen fertig, wenn die ersten Coupelles vom Herd kommen. Mit dem richtigen Raclette-Gerät und einem sommerlich leichten Menü wird dieser Abend der meistgefragte Sommerabend im Freundeskreis.
Kann man Raclette im Sommer essen?
Ja — mit leichten Beilagen wie gegrillten Zucchini, Kirschtomaten und frischen Salaten wirkt Sommer-Raclette erfrischend statt schwer. Der Schlüssel: Käse bis zum letzten Moment kühlen, Gerät im Freien mit Belüftung aufstellen und gekühlte Getränke dazu reichen.
Welches Raclette-Gerät eignet sich am besten für draußen?
Für Gärten mit Außensteckdose eignet sich ein kompaktes elektrisches Modell mit Steinplatte ideal. Für Camping oder Terrassen ohne Strom sind Kerzen-Raclette-Sets wie das Boska Partyclette die beste Wahl — leicht, kein Strom nötig, sauber zu handhaben.